Das Streben nach Freiheit

Seit ein paar Tagen denke ich nun darüber nach was Freiheit für mich bedeutet.
Geld? Zeit? Liebe? Erfolg? Freunde? Reisen? Es ist schwer das für mich in eine meinem Gefühl nach passende Definition zu bringen.

„Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern, dass er nicht tun muss, was er nicht will.“ [Jean-Jacques Rousseau]

Je mehr ich mich mit diesem Thema beschäftige, umso mehr merke ich, dass ich es nicht bin. Vermehrt habe ich das Gefühl, dass nicht nur ich mir die letzten Jahre (unbewusst) vorgegaukelt habe frei zu sein, sondern dass es auch vielen anderen so geht.

Wir bauen uns ein Gefängnis mit Wänden so dick, dass wir sie nur schwer durchbrechen können.
Mauern bestehend aus Dingen, die man eigentlich nicht mag, wie zum Beispiel der Job oder das Studium, die Sportart die man macht, weil es alle tun oder der Partner, der einen eigentlich mehr einengt als alles andere. Wir verbringen unsere Zeit zu oft damit es allen recht zu machen, anstatt uns selbst zu entfalten. Wir machen Diäten, damit die 36 sitzt, lesen Bücher oder gucken Filme, die uns nicht interessieren und wollen zu einem Club dazugehören, der uns besser gehörig am Arsch vorbeigehen sollte, weil er nicht dem entspricht, das wir wirklich sind. Wie oft gehen wir shoppen, um uns gut zu fühlen, oder zumindest besser und sind wir ehrlich, dann stellen wir fest, dass es uns im Nachhinein irgendwie nicht glücklicher macht, sondern allzu oft das Gegenteil bewirkt.

Und am Ende des Tages sitzen wir lächelnd in unserer kleinen, aber immerhin hübsch eingerichteten Zelle, schließen die Tür und erzählen uns, dass wir es so wollten. Wir erzählen uns wie frei wir doch sind und dass das genau das ist, was uns glücklich macht, während wir am Handy hängen und via Instagram, Youtube und co. anderen Menschen dabei zusehen, wie sie WIRKLICH frei sind und täglich das tun, das sie wirklich erfüllt. Dann legen wir das Handy weg und damit auch die Weite der Welt mit all ihren Möglichkeiten.

Wie ihr wisst höre ich regelmäßig die Bewohnerfrei Podcasts von Tobias Beck. Am Ende dieser Podcasts stellt er jedem die Frage, was für die betreffende Person Freiheit bedeutet. Und neulich auf dem Crosser habe ich mich das dann auch mal gefragt. Wann bin ich frei? Mich ließ die Frage nicht mehr los. Ich hatte keine Antwort darauf. Alles was ich wusste war, dass ich es aktuell nicht bin. Die Gewissheit, dass ich nicht frei bin bedrückt mich auf der einen Seite sehr, aber auf der anderen bin ich froh es zu wissen und so die Möglichkeit zu haben dafür zu arbeiten, dass ich eines Tages sagen kann „Ich führe ein Leben im Einklang mit meiner Vorstellung von Freiheit.“.

An dieser Stelle sei unbedingt gesagt, dass jeder, wirklich JEDER eine andere Definition von Freiheit hat. Freiheit ist etwas unglaublich subjektives und das macht sie so schön. Manche sind frei, wenn sie ein Haus mit Garten und einer liebevollen Familie haben, während das für andere (wie mich aktuell) das größte Gefägnis wäre, in das man sie stecken könnte.

Für mich bedeutet Freiheit jedenfalls ich sein zu können. Ich – mit allen Vor- und Nachteilen, allen Ecken und Kanten und allen Verrücktheiten.
Ich bin frei, wenn ich Herrin über meine Zeit bin, denn diese ist das kostbarste, das ein jeder von uns hat. Für mich bedeutet das zum Beispiel an Dingen zu arbeiten, die meiner Passion entsprechen und etwas in der Welt zu bewegen, mit Menschen zu sein, mit denen ich mich wohlfühle und morgens mit einem Lächeln aufzustehen.
Und wenn ich irgendwann an dem Punkt angekommen bin, an dem ich dazu fähig bin meine Zeit wirklich mit den Dingen zu füllen, die ich liebe, dann kann ich mit Stolz zurückblicken und sagen, dass ich frei bin.

Was bedeutet Freiheit für dich?

xoxo
Gina

4 Gedanken zu “Das Streben nach Freiheit

  1. extremunlimited schreibt:

    Ein GANZ TOLLER BEITRAG. Bringst mich echt zum nachdenken. Bin ich frei? Nicht immer, aber jetzt gerade in den letzten zwei Monaten habe ich begonnen mein Leben freier zu gestalten. Ich gebe dir recht ZEIT zu haben das ist auch für mich Freiheit.

    Gefällt mir

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