Am Ende des Tiefs steht ein Topf voll Glück

Es ist Sonntag und wie ihr vermutlich bereits gemerkt habt, gehen hier seit einer Weile Sonntags Beiträge online, in denen es darum geht alleine, aber nicht einsam zu sein. Heute soll es aber mal auf eine andere Art und Weise um das eigene Selbst gehen.

Ich erhalte mittlerweile wirklich regelmäßig Komplimente für meine positive Art, die kraftvolle Ausstrahlung und meine Lebensfreude. Genauso erhalte ich auch Fragen dazu, wie ich das angestellt habe und ob ich diesbezüglich Tipps geben könnte.
Ich taste mich Schritt für Schritt nach vorn und stehe häufiger vor einer Wand, als ihr ahnen könnt. Ich stehe so oft vor Hindernissen und brauche Tage und Wochen, um diese überwinden zu können oder um überhaupt rauszufinden, warum ich nun davor stehe und wie ich dort gelandet bin.
Und ich habe Angst, wie jeder andere auch! Angst vor Veränderungen, Rückschlägen und der Zukunft. Angst davor nicht genug zu sein, Angst mir Fehler einzugestehen und sie zu machen.

Klar, ich bin vergleichsweise weit gekommen.
Ich ziehe weniger regelmäßig die Augenbraue hoch, mache mein Ding, lache zwar weniger, aber dafür ehrlicher (oder überhaupt ehrlich) und meine Augen leuchten vor Begeisterung, wenn ich von so manchen Dingen spreche. Ich habe wirklich viel gelernt und die Gina, die ich vor einem Jahr war ist nicht mehr da. Und dafür bin ich unglaublich dankbar, weil ich mehr und mehr bei mir selbst ankomme.
Aber es gibt auch eine andere Seite. Eine Seite, die ihr nicht seht, zumindest selten, weil ich sie euch nicht zeige.

Und genau darum soll es heute gehen!

Ich möchte euch mal einen Einblick in das große Ganze geben und euch zeigen, dass auch negative Dinge zum Glück gehören und sie sogar essentiell dafür sind.

Viele denken, dass man morgens aufwacht und sich sagt „Ok, ich bin jetzt glücklich mit mir und der Welt.“. Diese Illusion muss ich euch nehmen, denn so einfach ist es leider nicht. Genauso wenig, wie man rund um die Uhr glücklich, ausgeglichen und zufrieden sein kann. Schön wär’s.

Glücklich sein ist mehr als #positivevibes und „alles gut reden“

Damit kommt man nämlich leider nicht an sein Ziel.
Die Kunst liegt meines Erachtens nach darin die schlechten Dinge als das zu betrachten was sie sind: schlecht.
Wenn dir ein Vogel auf den Kopf kackt, dann kannst du natürlich krampfhaft versuchen das Gute darin zu finden. „Oh wie toll. Ich habe Scheiße auf dem Kopf. Das bringt Glück!“
Oder du betrachtest es als das, was es ist: Ein Häufchen ekelhafter Vogelexkremente, das auf deinem Kopf gelandet ist.

Mein persönlicher Schlüssel war eine andere Art der Fokussierung.

Früher habe ich mich auf das Problem an sich fokussiert. Ich habe mich, um mal bei dem Beispiel zu bleiben, darauf fokussiert wieso dieser blöde Vogel mir auf den Kopf geschissen hat. Wie schlecht, doof und eklig das ist und ich habe mich wirklich darüber aufgeregt. Begleitet wurde ich dabei stetig von der Frage wieso das ausgerechnet MIR passiert.

Irgendwann habe ich angefangen die Dinge anders zu betrachten. Ich habe angefangen mich mehr auf die Lösung, als auf das Problem zu konzentrieren. Ein Haufen Vogelkacke auf dem Kopf ist zwar unschön, aber er wird auch nicht schöner, wenn ich mich über die Maße darüber aufrege, dass er auf meinem Kopf gelandet ist.
In der Zeit, in der die einen sich über die Komplikation an sich aufregen, begeben die anderen sich auf den Weg und finden etwaige Lösungen.
Das Positive ist dann also nicht das Problem an sich, sondern die Gewissheit, dass man nun eine Lösung finden wird und verschiedene Ansätze durchgeht und probiert. Und sich unter Umständen weniger aufregt und stresst.

Auf Instagram sieht man mich meistens lächelnd und glücklich, aber es gibt auch Tage und Wochen, da bin ich es nicht. Da bin ich nicht die fröhliche, euphorische und lächelnde Gina, sondern bin ausgelaugt und unglücklich. Aber das gehört dazu. Manchmal kommen so viele Probleme und Kleinigkeiten zusammen, dass sie mir schlichtweg die Energie rauben und ich mein Energielevel dann nicht aufrecht erhalten kann.

Das Leben besteht aus Energien. Manche Dinge geben dir Energie, andere nehmen sie dir und bei so manchen Dingen besteht ein reibungsloser Austausch, so dass du dein gewohntes Energielevel nicht verlässt.

Das mag auf den einen oder anderen etwas spirituell wirken, aber mir hat diese Betrachtungsweise wirklich dabei geholfen mich und meine Launen besser bzw. zu Teilen überhaupt zu verstehen.
Seit ich das wirklich verstanden habe, weiß ich damit umzugehen. Ich weiß, dass ich in solchen Momenten einfach mal Zeit für mich brauche. Alleine sein ist für mich Luxus und ich liebe es. Manchmal bin ich wochenlang alleine und will auch niemanden wirklich sehen. Ich genieße es und nutze die Zeit, um wieder zu mir zurück zu finden.

Ich weiß nicht, ob ihr das mitbekommen habt, aber es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich kaum was in meinen Stories erzählt und das ist auch zu Teilen immer noch so. Denn aktuell befinde ich mich in genau so einer Situation und diese hält schon seit Wochen/Monaten an. Und das ist in Ordnung!
Ein schöner Satz, den ich diesbezüglich mal gehört habe war:

Ohne Auf und Ab sind wir tot.


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Der größte Schritt war allerdings ein anderer.
Ich habe angefangen offen über meine Emotionen zu sprechen. Das habe ich tatsächlich nie oder zumindest äußerst selten getan. Und wenn ich darüber gesprochen habe, dann war es oftmals schon „zu spät“ und ich war ein emotionales Wrack.
Es fiel mir unglaublich schwer Menschen in meine emotionale Nähe zu lassen und ihnen zu sagen, wie ich aktuell empfinde. Nun kommt es auch mal vor, dass man einfach so eine kleine Liebeserklärung von mir erhält. Ich bin so glücklich und dankbar darüber, dass ich das nun endlich beherrsche.
Im Gegenzug spreche ich aber auch vermehrt über Dinge, die mich vielleicht belasten bzw. kommuniziere im Allgemeinen, was mir vielleicht nicht gut gefällt.
Die Fähigkeit das zu tun, mich auch mal hinzusetzen und zu sagen, dass ich gerade schlechte Laune habe, weil xy passiert ist hilft mir dabei ausgeglichener zu sein. Ich sage das nicht, um zu meckern, sondern weil ich weiß, dass man nur Lösungen finden kann, wenn man gewisse Dinge bespricht.

Früher habe ich regelmäßig gesagt bekommen, dass man es bewundere und für stark erachte, dass trotz dessen es mir schlecht ging, trotz dessen so viel Scheiße in meinem Leben passiert war, ich immer gelacht habe. Heute sehe ich das als einen großen Fehler an und empfinde es als viel stärker auch mal offen zu zeigen, dass man aktuell verletzlich und traurig ist.

Sich bewusst mit seinen Emotionen auseinanderzusetzen gehört zum Leben dazu.

Schlussendlich kann ich niemandem ein Geheimrezept dafür geben, wie man glücklicher wird oder mehr zu sich selber findet. Ich kann niemandem erzählen, wie er am besten anfängt, damit es 100% klappt. Alles was ich weiß ist, dass du anfangen musst, damit es überhaupt funktionieren kann.

XO
Gina

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